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Tag: 12. Mai 2020

Gestorben wird nicht jetzt !

Gestorben wird nicht jetzt !

Tierarzt in Corona-Zeiten, nix bleibt mir erspart. Und: das Wartezimmer ist leer, man hockt alleine da – okay: mit einer zweibeinigen Begleitung an seiner Seite, immerhin nicht ganz alleine (gibt’s auch: Tierärzte, die die Patienten am Auto abholen, und wo dann kein Angehöriger mehr mit in das Sprech-/Behandlungszimmer darf; ist doch nicht witzig sowas).

Leer ist das Wartezimmer nicht etwa weil alle Vierbeiner gesund sind – die Warteschlange bildet sich bei meinem Arzt vor der Eingangstür. Offengestanden: da gefiel es mir auch viel besser. Aber wie immer: Andras Wille zählt, nicht meiner. Und so war ich dann mal von „vor der Tür“ nach drinnen vorgerückt worden …

… einmal hier durch …

Und wieder mal wiegen (ich bin nicht zu schwer, ich bin zu klein), horchen ob noch alles da ist, gefolgt vom Blutabzapfen … 

Fertig. Ich auch …

Und das Ergebnis: der eine Leberwert, den der Arzt auf dem Kiecker hatte, ist nicht nur noch zu hoch – sondern auch noch höher als vor 4 Wochen. Misti.


 

4 Tage später – auf zur nächsten Runde …

Wie gehabt: warten. Wie gehabt: macht schonmal keine Freude. Wer weiß, was die Zweibeiner (der Arzt, seine Helferin und sogar auch noch meine Andrea) von mir wollen, wenn sich die Tür ins „Reich der Nadeln“ öffnet.

Erster Schritt wieder: der auf die Waage …

Dann dieses Mal: keine Nadel, dafür eine kleine Bauchrasur. Danach: Ultraschall.

War besser als ich dachte. Ich lag auf einer weichen Tischauflage, auf einem kuscheligen Tuch … und dann schaute der Arzt mir in den Bauch. War wie Massage. Andrea (der blaue Ärmel da) kraulte mir Hals&Kopf.

Mir fielen entspannt die Augen zu … 


 

Und so isses nun: cairngesund. Alles in meinem Bauch ist in Ordnung, alles an Ort und Stelle. Okay, ein paar Pfunde zu viel auf der Waage, der Leberwert … Kommt aber vielleicht noch von der Vorgeschichte. Wird alles weiterhin kontrolliert, Anfang August spende ich dafür das nächste Blut.

Zwischenzeitlich darf ich mir nochmal in die Augen sehen lassen. Die sollen einen „Überreiter“ haben. So der Arzt, bei dem ich früher war. Lief anfangs ja mal gut bei dem, dann entglitten dem und seinen Leuten wohl die Diagnosen, und na-ja, letztlich auch wir. Nachdem „Cushing“ falsch war, könnte auch „Überreiter“ ein Geisterreiter sein. Klarer Fall von: auf dem falschen Pferd gelandet. Also: Arztwechsel.

Ich sehe zwar auch die neue Praxis am liebsten von hinten, aber: wir fühlen uns da richtig gut aufgehoben.

Meine Augen – meine Baustelle, da kann ich keinem was vormachen. Mein neuer Arzt hat mir auch schon in selbige gesehen, meinte aber, ein Kollege sei noch besser, wir sollten den mal besuchen fahren. Machen wir in Kürze … Kleiner Familienausflug nach Wasserburg bei Lindau (wenn schon, dann fahren wir alle – Andrea … klar: sie hat den Führerschein und kann über das Lenkrad sehen … Valentina und Hermine dürfen an dem Ausflug dann teilnehmen und natürlich bin ich dabei – wäre ohne mich ja sinnlos; was wollen die in Wasserburg denn in den Augen der anderen sehen?). Und vielleicht kriege ich ja doch noch mal meinen Durchblick wieder.

Erstmal aber sind wir alle richtig glücklich – kein Tumor. Wie Andrea sagte: gestorben wird nicht jetzt!

Die

 


 

PS und der guten Ordnung halber: Fotos nach Freigabe durch meinen Arzt, also nicht ohne sein Wissen.