Nicht der Weg ist das Ziel,

Nicht der Weg ist das Ziel,

sondern die Zeit, in der du ihn schaffst !


Am letzten Freitag … Geschäftiges Treiben in unserer Hütte. Alarmzustand für uns Wauzis (mehr für mich, Valentina – Hermine war tatsächlich noch nie im Urlaub, hat keine Ahnung). Es galt, den Posten zu beziehen – teils weinend, teils laut protestierend. Ja nicht übersehen oder vergessen werden … 😎. Dann war es soweit. Verladezeit:

Gut gesichert: unsere Box, die zwischen Polstern und Motorrad stand und: tatsächlich auch noch am Motorrad festgezurrt war.

Los ging es. Ziel: Elsass. Campingplatz Camping de l’Ill – vor den Toren Colmars. Wir hatten da ein Mobilheim gemietet, eine Ferienhütte. Netter Platz. Nur: gehabt haben wir davon nix. Wir waren da nur zum Übernachten.

Das eigentliche Ziel: Anneau du Rhin, eine Rennstrecke …
(https://de.wikipedia.org/wiki/Anneau_du_Rhin#).


Mittags waren wir unterwegs. Zuerst zum Campingplatz, einchecken, Lage checken. Wir wurden von einem Hundehaufen [Haufen ohne Hunde] vor unserer Hütte begrüßt. Ähm – hätte nicht wirklich so sein müssen, das hätte der Halter auch wegmachen können. Dann: weiter zur Rennstrecke.

Auch eine Check-Tour: erstmal = wie viel Zeit wir brauchen und dann = wie es da so aussieht und am Samstag losgeht. Jörg hörte, es sei nur ein bisschen Anmeldung und dann alles wie auf der Straße. (Wie Straße? Ach was? 🤔). Gleichzeitig hörte er, dass statt der eigentlichen 90 Plätze/Teilnehmer nun 120 Leutchen an den Start gehen würden … heißt: im Fahrerlager dürfte es kuschelig-eng zugehen. Erstmal nicht so drollig, diese Vorstellung. (Was sich erst „voll“ anhörte, sah später besser aus, es hat sich verlaufen).

Fast genau so schlau wie vorher saß er nun wieder am Steuer unseres Bussi. Campingplatz. Abendessen. Früh ins Bett, am nächsten Morgen früh raus. Uns war das egal. Andrea nicht. Ihr lag er in den Ohren so von wegen er wolle den Bus außerhalb parken, da der Campingplatz zwischen 23:00 und 07:00 nicht verlassen werden konnte. Einfahrt-/Ausfahrtschranke – zeitgesteuert.

Das mit dem Zeitgesteuert hat Jörg nicht wirklich verinnerlicht. Er müsse viel früher weg, der Weg sei so weit und es ginge so früh los usw. … Andrea: 🙄 … und er solle mal sich nicht so anstellen. Die Runde ging an sie. Ihrem Vorschlag folgend standen wir am Samstagmorgen um genau 07:00 an der Schranke. Raus und weg und dann: siehe da – immer noch zeitig genug an der Strecke.

Von all den anderen Rennfahrern mal abgesehen, waren wir nicht alleine dort. Andy und Elke waren mit dabei (Andy ist Schreinermeister wie der Jörg, und so hatten die beiden sich auch mal über diesen Weg kennengelernt). Andy: der ist ja eigentlich „schuld“, dass Jörg das mit dem Rennen nun mal testen wollte. Ja, okay – nicht ganz alleine so. Andrea findet Jörgs neuen Ansatz auch total toll.

Rennstrecke also. Débutant (Anfänger). Und es war so schön, dass wir nicht alleine dort standen, sondern Andy&Elke unser zur Seite. Ist anfangs echt viel neues. Anmeldung. Fahrerlager beziehen, und das mit allem, was dazugehört …

Strom ist besonders wichtig und dort an der Strecke wohl zeitweise Mangelware. Ähm … 90 Plätze sind es eigentlich. 120 sind vergeben. Und dann soll der Strom für alle reichen? 🥳 …

Strom ist für alle Fahrer ganz-ganz wichtig. Reifenwärmer. Kalte Reifen/Räder greifen anders (oder gar nicht?).

Während die Reifen wärmer wurden – Begrüßung und Fahrerbesprechung:

Für Jörg alles Neuland und spannend. Er stand schon ein bisschen unter Adrenalin ☺️. Wir auch. Schießlich hatten auch wir früh raus müssen. Frühstück zu Unzeiten. Na, Zeit für Streit um die Schüsselchen 😒…

Keine Zeit dann, danach noch eine schöne Gassirunde einzulegen (das Grün vor der Hütte musste für die Blase reichen, und das tat es auch).

Irgendwann zwickt dann der Bauch. Jörg und sein Motorrad hin oder her – jetzt waren erstmal wir dran. Toll dort: gleich außerhalb der Rennstrecke: Grün soweit das Auge reicht. Schön zu laufen. Schattig. Auch unterhaltsam: am Eingangsbereich – ein Grundtück. Eingezäunt. 2 größere Hunde halten da Wache. Na, denen hätten wir es aber gezeigt, sooo gerne … (vor allem Hermine, die hat gleich die Bürste aufgestellt, wenn die gekonnt hätte, aber dann … 🤬 !)


Zurück am Platz war es nun soweit: nach einer Phonmessung durfte Jörg an den Start.

Phonmessung: Lautstärke der Maschine entscheidet über Start oder (Ab)Fahrt gen Heimat, zu laut – und draußen ist man.

Jetzt kam Andrea ebenfalls ins Spiel. Sie und die Kamera. Sie hatte sich schon so oft und lange gewünscht, Jörg mal auf der Maschine fahrend zu fotografieren. Hat’se ja auch mal versucht. 2013 … war der Knaller … 🤣

Freundlich, aber: dicht dran an der Parkuhr am Straßenrand.


Nun ganz anders. Andrea wusste, dass Jörg keine Zeit haben würde, zu schauen, wo sie am Straßenrand mit einer Kamera auf ihn warten würde. Keine Zeit. Keinen Kopf. Logisch. Und auch Andrea hatte echt zu kämpfen. Die Fahrer/Maschinen sind dermaßen schnell. Alle. Die Startnummern sind fast nicht zu lesen. Andrea musste sich mit ihrem Tele auf das Tempo einschießen. Ein erster Versuch (Jörg = Nr. 56):

Anfangs hat sie auch noch einen fremden Fahrer geknipst – weil sie dachte, dass es unser Jörg sei 🙃. Später wurde es besser. Je weiter die Fahrer auseinander liegen und je mehr sich das Auge endlich auf das eingestellt hat, was man sehen will.


Richtig klasse war, dass auch ein Profi-Fotograf mit dabei war. Er hat Jörg toll vor die Kamera bekommen. Klar – er hat nicht nur eine sehr viel bessere Kamera/Objektiv/e, er hat auch die Möglichkeit zum Fotografieren ganz andere Plätze zu haben, als Andrea, die sich nur wenige Meter entlang der Strecke bewegen konnte/durfte. Zudem: der Profi hat das ja auch nicht zum ersten Mal gemacht.

Bilder/Copyright: Markus Kiefer (http://schraeglagenfotos.de/)

Copyright: Markus Kiefer
Copyright: Markus Kiefer
Copyright: Markus Kiefer
Copyright: Markus Kiefer
Copyright: Markus Kiefer
Copyright: Markus Kiefer

Und wir – immer mit dabei. Ganz-ganz brav waren wir. Am Rande versteht sich. Im Fahrerlager. Schattig untergebracht. Andrea hatte für uns den Fahrradanhänger dabei, da sie meinte, wir hätten darin mehr Luft. Einmal Rennmäuse:

War prima so. Wasser+Leckerlies an Bord, immer wieder Gassirunden vor der Strecke. Und immer wieder diese beiden großen Hunde, so dass wir auch immer was zu sagen hatten.

Zu sagen hatten wir auch was zu Jörgs Haltungsnoten. Ihr wisst schon – so wie beim Eiskunstlauf oder Tanzen … Für seine Haltung kriegt er von uns eine 3️⃣ (von 10). 3? Na, der Bursche hat noch deutlich Luft nach oben, was das betrifft. Weiß er allerdings inzwischen auch selber, nachdem er die Fotos gesehen hat, war da nichts schönzureden.

Er hatte sich auch gar nicht gewundert, dass er am Sonntag gefragt wurde, ob er eigentlich Muskelkater habe. Heute: doch – wer quasi neben der Maschine hängt, wenn es in die Schräglage geht, der hat gut zu tun, sich wieder aufzurichten und ggfls. schnell auf die andere Seite zu rutschen. Plus Geschwindigkeit. Plus Gewicht. Doch … da dürften sich Muskeln zeigen, von denen Jörg noch nicht weiß, dass es sie gibt. Wir bleiben mal am Ball.

Natürlich sah das, was Jörg gezeigt hat, schon richtig gut aus. Das auch deshalb, weil Jörg das letzte Mal vor 3 Jahren im Sattel saß. So mit Corona ist die jährliche Herrenwoche ausgefallen. Die Maschine hat in der Zeit 2x für den Weg in die Werkstatt und zurück gereicht. Schade eigentlich. Na, dafür hat Jörg sich super geschlagen. Wir müssen uns für unseren Herrn&Meister echt nicht schämen … Im Gegenteil. Wir sind ganz stolz auf ihn. Von 94 Plätzen ist er mit seinen Rundenzeiten immerhin schon auf Platz 81 gelandet. Kein Schlusslicht. Und nicht zu vergessen: die anderen sind auch richtig schnell.

Für die Zukunft: es gibt noch viel zu lernen und einzukaufen. Besonders schmerzhaft für unseren Schwaben, der wird sicher oft viele Tränen in den Augen haben, viel jammern, wenn er aufrüstet (die Liste ist jetzt schon lang – und sie wird länger-und-länger). Egal wie. Egal was. Dabei hatte er sich in den zurückliegenden Monaten immer wieder um sein Motorrad gekümmert, es richtig „schick“ gemacht. Wenn wir nur an das Ausuchen neuer Blinker denken oder die Nummernschildhalterung, die er hier entworfen und fertigen (plus letztlich pulverbeschichten lassen hat), alles für die Katz 😜 …


Wir machen es künftig wie Jörg: wir schalten unsere Ohren dann einfach auf Durchzug, wenn er Themen anreißt, die uns nicht interessieren (aktuell hier: wenn in einem von Andreas Sätzen das Wort „Motorrad“ fällt, ist er glockenwach; sagt sie was von Welpi Elisabeth, rauscht es an ihm vorbei).


Heute aber haben wir ihm zum Geburtstag gratuliert. Mit Blumen …

und Pflaster (Lerneffekt: ist heiß, so ein Auspuff nach dem Turn auf der Strecke 😅, blöde Stelle auf dem Handrücken und heute: prompt wieder aufgerissen) …


Andrea: alles Gute zum 57zigsten. Wie fühlt es sich denn an? Er: genau so wie mit 56. Bingo. Sonst den Taschenrechner im Hirn, hat er es nicht geschnallt. Andrea: sie könne mit der Frage dann in einem Jahr nochmal kommen … dann nämlich wird er tatsächlich 57, heute ist er alles 🥳 …


Vom See die Cairns